Stairways to Heaven
In Angkor, der kambodschanischen Stadt, die schon eine halbe Million Einwohner hatte, als London noch ein Kuhdorf war, in dem ungebildete Menschen Rindfleich mit Minzsauce aßen (ok, stimmt, das machen sie immer noch), stehen die größten und wohl beeindruckendsten Tempel der Welt. Deren größter ist Angkor Wat. Übrigens findet man heute in Angkor zwar über 1000 hinduistische und buddhistische Tempel unterschiedlicher Khmer-Epochen, aber kein einziges Wohnhaus - nur die Götter durften in Steinhäusern leben, die Bürger lebten, wie damals in Asien üblich, in Holzhäusern, von denen bei tropischem Klima naturgemäß nichts übriggeblieben ist - was auch der Grund ist, warum man, ob jetzt in Thailand, Laos, Kambodscha oder Vietnam generell eine Menge mehr oder weniger gut erhaltener und alter Tempelruinen findet, jedoch nie ein Wohnhaus, dass älter als etwa 100 Jahre wäre.
Die oberen Teile des Angkor Wat-Tempels verkörperten den Himmel, wie überhaupt alles in den Bauten eine metaphorische Bedeutung hat. Wie auch im jüdischen und christlichen Glauben, ist der Weg in den Himmel nun mal kein Pappenstiel ("Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr.."). Um diesen Umstand auch architektonisch ausreichend darzustellen, werden die Treppenstufen, die in Angkor Wat in den Himmel führen, einerseits immer höher, andererseits immer schmaler..
Warum erzähle ich das jetzt? Um eure Allgemeinbildung zu erhöhen? Nein, daran musste ich denken, als ich einem großen Geheimnis Thailands auf die Fährte zu kommen versuchte: So gut viele Produkte hier sind, so grauenvoll ist oft ihre Verpackung. Angefangen bei der Tüte leckerer Chips mit Thai-Chili-Pasten-Geschmack, die häufig so fest verschlossen ist, dass man beim Öffnen die Chips durch den umliegenden Raum verteilt endet der Umstand noch lange nicht bei Wasserflaschen, deren Inhalt sich in eine unfreiwillige Dusche wandelt, so man sie denn endlich geöffnet hat. Eine Eigenheit, die insbesondere Tina auch immer wieder aufgefallen ist. Als ich dann heute eine Mocca Cake Roll als Frühstück ins Büro mitgebracht hatte, die in Plastik verpackt war, das wiederum mit unzerreissbarem Aufkleber komplett einhgewickelt war, um nach der schier unmöglichen Öffnung fetszustellen, dass die einzelnen Scheiben dieser Kuchenrolle zwar eingeschnitten, keinesfalls aber durchgeschnitten sind, so dass man sich nach dem Versuch, das Ding mit den Fingern zu essen eine der Duschwasserflaschen wünscht - da wurde mir klar: Dieses "Die Treppen in den Himmel sind nun mal steil", scheint als wesentliche Denkströmung der Asiaten die Jahrhunderte überstanden zu haben!
Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ich es jemals schaffe, so ein Ding zu essen, ohne mich dabei am ganzen Körper gleichmäßig mit Moccacreme einzuschmieren!
Was gibt es sonst zu berichten? Am Sonntag kommt Harro zu Besuch, mindestens Montag und Dienstag nehme ich mir dann mal frei, um ihm Bangkok ein bisschen zu zeigen. So gerne ich mir mehr Zeit nehmen würde, in der zweiten Oktoberwoche steht wohl tatsächlich das mittlerweile vielbesungene Development-Tarining in Mauritius an (vor dem ich hier in Siracha noch einige heiße Eisen im Feuer habe, rein professionell gesehen), an das sich möglicherweise noch zwei weitere Wochen praktischen programmierens in Mauritius anschließen. Ich glaube ja auf jeden Fall, dass mir Mauritius besser gefallen wird als Manila, aber drei Wochen? Während Harro in Thailand ist? Fänd ich jetzt auch nicht sooo klasse.
Hoffnung besteht noch, weil die Inder, mit denen wir in Mauritius zusammenarbeiten, gerne mal alles Mögliche anfragen und sich dann alles doch wieder anders überlegen..
So oder so, ich habe zum 31. Oktober gekündigt - wobei das alleine ja fast schon ein Meisterstück ist, wenn man nie einen Vertrag unterschrieben hat. Vorher werde ich Henrik noch ein bisschen Geld aus den Rippen leiern für all die famosen Dinge, die ich für die Firma ereldigt habe und für die Kunden eine ordentliche Stange Geld gezahlt haben.
Und November steht dann nochmal richtig Urlaub und Reisen an: Nachdem ich Vera (meine Schwester) und Björn (ihren Freund, meinen Schwager in spe und den baldigen Vater meines Neffen oder meiner Nichte - habt ihr gehört, Vera und Björn??) in Bangkok getroffen habe, kommt Fa, mit dem ich vorhabe, Laos und Vietnam etwas zu erkunden. Hoffentlich sind wir dann rechtzeitig wieder in Bangkok, um Ende November Timo in Empfang zu nehmen, mit dem dann noch etwas Thailand oder Kambodscha oder was auch immer ansteht. Freizeitsstreß, mal ehrlich!!

1 Comments:
Hey Dirk,
hoffe Dir geht es gut. Ich kann mich nicht beklagen. Kolumbien kann schon einiges. Nun aber die wichtige Frage: wann geht es bei Dir zurueck? wird man dich bald wieder im trueben deutschland sehen? men rueckflug ist am 21.11. Waere schon nett mit dir irgtendwo irgendwann bald auf das nun endlich formvollendete diplom anzustossen.
bis die tage,
niki
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