Montag, September 19, 2005

Reif für die Insel(n)..

Tinas Besuch und damit auch mein Urlaub ist vorüber und ich sitze wieder brav am Schreibtisch in Siracha. Fast drei Wochen lang war Tina in Thailand, trotz Malaria-, Trombose-, Denguefieber- und Hepatitisbedenken. Und die Zeit war, wie kaum anders zu erwarten, einfach nur geil.

Man kann behaupten, dass wir viel gemacht haben. Aber dann lügt man. Im Gegenteil wir haben einfach eine sehr entspannte Zeit verbacht und alles genossen, was Thailand so lebenswert macht: Strände, Inseln, Essen, Chang-Bier, Massage..

Zuerst waren wir naturgemäß in Bangkok, wo wir dann auch erst mal ein paar Tage gebleiben sind. Endlich habe ich zum Beispiel den Thai-Elvis und den Thai-Tom-Jones mal wieder gesehen. Wir waren alle Nas' lang superlecker essen. Wir haben einen Tempel angeguckt. Was man eben so macht, in Bangkok.

Dann ging es weiter nach Ko Chang, Thailands zweitgrößte Insel nahe der kambodschanischen Grenze. Während Thaialnd's Regierung versucht, Ko Chang zu einem zweiten weltberühmten Touristenparadies nach Art von Ko Samui umzumodeln (soll heissen für Straßen und Telefonanbindungen sorgt, den Tourismus begünstigt usw. Man munkelt, dass Thailands Premier Thaksin selber ein Luxusressort auf der Insel beitzt..), gibt es da noch mindestens einen wirklich netten, ruhigen Strand, Lonely Beach genannt, an dem wir uns natürlich auch eingenistet haben. Die Unterkunft für 2 € haben wir abgelehnt, weil das Gemeinschaftsdusche und -hocktoilette bedeutet hätte und haben uns für die etwas luxuriösere Variante für 3 € entschieden. Damit waren wir dann auch beinahe unmittelbar am Strand. Aber schon eine sehr einfache Hütte. Vera, Jörg und Björn wissen ja Bescheid: Siam Hut. Unsere war aber doch schon so baufällig, dass nach einer sehr stürmischen ersten Nacht morgens die Tür nicht mehr aufgehen wollte, weil der Rahmen den Wind nicht verkraftet hatte. Mit ein bisschen sanfter Gewlt ging es dann aber doch. Und die Tür wurde unter Mitwirkung eines Hammers, eines Holzstücks und mehrerer Nägel wieder repariert. Unser Moskitonetz war einerseits notwendig und andererseits voller Löcher, was natürlich nicht ganz die perfekte Kombination darstellt. Aber grundsätzlich ist einem gerade am Lonely Beach und bei etwa 4 ausgedehnten täglichen Mahlzeiten auch so ziemlich Alles egal.



Unsere Hütte auf Ko Chang. 30 m vom Meer.


Wir sind mal ein bisschen Seekajak gefahren, bei recht fiesem Wellengang (der Verleiher: "You know Kayak?" Ich: "Yes." Er: "Sure?") und aufziehendem Unwetter, was Tina dann doch etwas nervös gemacht hat (Ich gebe zu, dass mich der Gedanke an ein mögliches Gewitter auch nicht so erfreut hat..). Aber uns trotzdem Beiden Spaß gemacht hat.
Ansonsten waren wir damit beschäftigt, abwechselnd uns und die Schar herumstreunender Hunde und vor allem Katzen zu füttern. Gerade die Katzen fanden wir teilweise sehr süß, manche waren so groß wie meine Handfläche, obwohl Tina und ich ja eher Hundemenschen sind.



Tina meinte, der Katze würde es in der Hängematte nicht gefallen. Ich meine: Wem gefällt es denn in einer Hängematte nicht?


Ohne das also wirklich viel passiert wäre, haben wir eine gute Woche auf Ko Chang verbracht. Vor dem Rückweg nach Bangkok sind wir noch schnell mit dem "Taxi" zur kambodschanischen Grenze, ich sogar nach Kambodscha, um mein Visum zu erneuern. Dann wieder zurück nach Trat (eine Stadt in Südost-Thailand, eben bei Ko Chang), haben den halben Essensmarkt leergekauft (es gab an dem Tag für uns kein Frühstück, weil wir so viel vor hatten.. Und nachmittags fühlt man dann doch eine gewisse mentale Schwäche..) und uns in den Bus nach Bangkok gesetzt. In Bangkok waren wir erst relativ spät, war also ein, besonders nach Ko Chang, ungewohnt aktiver Tag.



Sonnenuntergang auf Ko Chang


In Bangkok haben wir uns dann unter anderem zwei Stunden massieren lassen, natürlich wieder viel und gut gegessen und haben Tinas ersten Shoppingrausch hinter uns gebracht. Wobei ich weder verscheigen darf noch will, dass Tina eine sehr disziplinierte, ja geradezu männliche Einkäuferin ist. (Darf ich das jetzt sagen? Im Gegensatz zu Martin, möchte ich bemerken..)

Nach zwei Tagen Bangkok waren wir dann eine Nacht in Siracha, praktisch auf dem Weg nach Ko Samet, wohin es am nächsten Tag weiterging.
In Siracha hat Tina dann mal das harte Leben eines Vegetariers in Siracha erlebt. Wir waren im "Pop", einem direkt am Meer gelegenen Seafood-Restaurant, wo ich schon ab und an hingehe, um die zwei leckeren vegetarischen Gerichte zu bestellen, die sie haben: Som Tam, den brüchtigten, scharfen Papayasalat und Gemüsetempura mit Chillisauce. Nun kann man, wenn man in Thailand zu zweit essen geht natürlich unmöglich zwei Gerichte bestellen. Vier sollten es schon sein! Also haben wir noch versucht, ein Gemüsecurry und gebratene Auberginen zu bestellen. Habe ich die Auberginen wenigstens noch unter dem ganzen Seafood-Kram entdecken könne, so habe ich im sehr fischigen Curry vergeblich nach Gemüse gesucht... Offensichtlich gab es da ein paar lustige Verständigungsprobleme mit der Bedienung. Der Vizemanager, der dann kam, hat zwar ganz ordentliches Englisch gesprochen (und im Gegensatz zur Bedienung auch die Semantik des Begriffs Vegetarier verstanden) und zugesichert, dass wir nun das Essen kriegen, was wir wollten. Ist aber leider nie bei uns angekommen.

Am nächsten Tag ging es also nach Ko Samet, einer deutlich kleineren Insel in der Nähe von Rayong. Weil unser Bus unglaublich langsam gefahren ist und an jedem Hundehaufen zweimal angehalten hat, kamen wir recht spät in Rayong an und hätten dann recht lange auf ein Boot warten müsen, dass uns zur Insel gebarcht hätte. Mit den Spanieren, die im gleichen Bus saßen, haben wir uns daher entschlossen, ein bisschen mehr zu zahlen und uns ein Speedboat zu leisten. Hui, das ging ab!! Relativ hohe Wellen und der Fahrer (oder heißt das jetzt Kapitän?) ist genadenlos mit 60 Sachen durchgebrettert. Man hatte nicht den Eindruck, dass der Bug das lange aushält. Aber bei dem Tempo hat's auch gar nicht lang gedauert :).



Tine behauptet, so hätte sie mich in den Bussen die meiste Zeit gesehen. Selbstverständlich eine haltlose Unterstellung


Auf Ko Samet haben wir uns dann als kleinen Ausgleich zu Ko Chang einen echten Luxusbungalow geleistet. Aus Stein, mit Klimaanlage, Minibar, Fernseher, Warmwasser, Gecko - kurzum: mit allem, was nicht unbedingt dazugehört.
Abends gabe es die beeindruckenste Feuershow am Strand die ich je gesehen habe. Eine Feuershow sollte man sich so vorstellen: Im Strand hantiert jemand mit Fackeln, brennenden Pendeln und allem was sonst noch brennt, entgeht dabei immer wieder wagemutigst nur knapp der Selbstentzündung und ruft beeindruckende optische Effekte hervor.



Feuershow auf Ko Samet.


Tja, und dann war nach ein paar Tagen alles auch schon vorbei: Wir sind zurück nach Bangkok, haben noch einmal toll gegessen und ein paar Cocktails im Bed Supper Club zu uns genommen - und dann musste Tina leider auch schon wieder den Rückflug und ich die Heimreise nach Siracha antreten..



Letzter Abend im Bed Club. Sinnsenichhübsch?

3 Comments:

At Montag, September 19, 2005 9:32:00 PM, Anonymous Marc said...

lebt denn der alte thailand-dirk noch, thailand-dirk noch, thailand-dirk noch?! Jaaaa, er lebt noch, er lebt noch... ;-)

Dirk!!! Ist das eine unerwartete Freude, von deinen (oder besser euren) Abenteuern im kambodschanischen Busch zu erfahren! Ich dachte ja fast schon, man hätte dich irgenwo zu Pekingente süß-sauer verarbeitet...

Klingt aber ja alles sehr hübsch! Wenn ich es nicht schon längst aufgegeben hätte, wäre ich jetzt doch ein wenig neidisch. Ich schlage mich noch immer mit meiner DA herum (würg, langsam hab ich echt keinen Bock mehr), muss dazu noch Bewerbungen schreiben und wurde - am allerschlimmsten - von Ute verlassen. Natürlich nur räumlich verlassen, genauer gesagt nach Schottland, aber das ist auch schon hart genug. Naja, jetzt friste ich hier also ein trauriges Dasein, allein Kaffee und Bier können mich noch am Leben erhalten. Aber mein Schicksal des Alleine-Gelassen-Werdens teile ich ja mit immer mehr Leuten, Martin und dein Tinchen sind ja genauso vom Schicksal gebeutelt. Vielleicht machen wir bald ne Selbsthilfegruppe auf. Oder wir treffen uns bald jeden Morgen beim Arbeitsamt ;-)

Aber ansonsten gehts mir gut, nicht dass hier ein allzu schlimmer Eindruck entsteht. Immerhin kann ich ja noch bis Mittags schlafen, wenn ich Lust dazu habe ;-)

Na, denn jedenfalls beste Grüße nach Thailand und einen hoffentlich relaxten Wiedereinstieg ins Berufsleben!

Marc

 
At Mittwoch, Oktober 19, 2005 11:46:00 PM, Anonymous Anonym said...

hey Dirk,

wie du hast eine freundin? und das muss ich ueber eine schnoede internetseite erfahren. schluchz. naja, es wird wirklich mal wieder zeit fuer ein laaaaanges bier. oder eben mehrere.

niki

 
At Freitag, Juni 10, 2011 4:04:00 PM, Anonymous Werner said...

Finde das Blog super spannend und werde jetzt mal öfter rein schauen um neues zu lesen. Viele Grüße, Werner

 

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