Gkin Khao!
heißt essen. Naja, wörtlich müsste man es wohl als "zu sich nehmen Reis" übersetzen. Und das nicht zufällig, sondern weil in Thailand "Essen" und "Reis" eigentlich das Gleiche sind.
Ich habe ja sachon lange nicht mehr über das Essen geschrieben, es wird eindeutig mal wieder Zeit!
Besteht ein thailändisches Frühstück aus mehr als einer Suppe, die per Strohhalm aus einer Plastiktüte gertunken wird, dann gibt es zum Frühstück: Reis (mit anderen Dingen natürlich)! Da bin ich eher konservativ eingestellt und bevorzuge - an Arbeitstagen - Sushi, Frühlingsrollen mit Chillisauce, aben alles, was der vegetarische Bringdienst so im Kasten hat. Manchmal auch gebratene Pilze, mit (extrem vielen) Chillis, Honig und Sesam - lecker!
An freien Tagen, wenn ich mehr Zeit zum Frühstücken habe, suche ich mir etwas "westliches" und davon gibt es in Siracha nicht viel, wenn man nicht gerade bei McDonald's frühstücken möchte. "Au Bon Pain" ist mein Lieblingsladen: frische Croissants und Brötchen, Bagels, legendärer Sandwich mit frischem Mozarella und Pesto - und vor allem: echter, frischer Kaffee! Aber teuer..
Wenn ich mutiger bin, nehme ich auch schon mal ein thailändisches Omelett mit Reis zu mir. Das geht dann ab: Was das thailändische Omelett vom europäischen unterscheidet, ist, dass es etwa eine Handvoll roter zerstoßener Chillis enthält - und eine weitere Handvoll Knoblauch. Das Ganze serviert mit süßer Chilli-Sauce, die auch extrem viel Knoblauch enthält, aber das macht dann auch nix mehr. Nicht sozialverträglich, aber eigentlich ein interessantes Frühstück..
So sehr der Thailänder als solcher von gutem Essen versteht, so wenig Ahnung hat er von Kaffee. Frisch aufgegossener Nescafe gilt als das Allerhöchste der Gefühle, von Köstlichkeiten wie Arrabica-Bohnen haben die Meisten noch nie gehört - und das obwohl Indonesien, wo ja in Mengen Kaffee angebaut wird, doch quasi um die Ecke liegt!
Als wir zum Strand in Pattaya gefahren sind, an einem Wochenende recht früh morgens, hat Joe mich abgeholt und wir sind noch bei einem Supermarkt vorbeigefahren. Ich war müde, habe mir also einen Eiskaffee geschnappt, das einzige, was ausserhalb westlicher Läden Ähnlichkeit mit Kaffe aufweist. Joe hat mich verständnislos angeschaut und gemeint ich könne doch bei ihm einen "real Coffee" bekommen. Fand ich natürlich toll und habe den Eiskaffee ins Kühlregal zurückgestellt. Bei Joe angekommen, hat er mir dann gleich einen Nescafe aufgebrüht. AAAHHHHH!
Nicht viel besser war Manila: in dem superedlen Countryclub-mäßigen Laden, in den mich Mike, Vizechef der dortigen Firma, eingeladen hatte wurde ich extra darauf hingewiesen, dass es hier italienischen Kaffee gebe, und das Europäer doch so viel von gutem Kaffee verstünden, und ich solle ihn doch mal probieren usw.. Habe ich mir nicht zweimal sagen lassen. Was kam? Irgendein italienisches Industriekaffepulver, wohl schon aus einer ordentlichen Kaffee-Maschine - aber lauwarm und so schwach, dass man, wäre die Tasse aus Glas gewesen, das Kleingedruckte in einem Ehevertrag hätte durch den Kaffee lesen können!
Das hat man davon, wenn man sich von den USA kolonialisieren lässt, liebe Philippinos!
Aber zurück zum Essen: Gerade am Strand habe ich auch das erste Mal gesehen, wie lebendige Tiere als Essen verkauft wurden. Die Thais hatten eine Styropor-Box gekauft, und als sie die geöffnet haben, hat Alles gekrabbelt! Heuschrecken oder sowas, aber eben lebendig. Andere beliebte Snacks: kross gebratene Käfer, Maden, Heuschrecken und sogar Kakerlaken. Gibts nachts an einigen Straßenständen und hat in etwa die Stellung, die in Deutschland Salzbrezeln einnehmen..
Ich bin da als Vegetarier zum Glück fein raus, aber Martin hat sich in Bangkok freiwillig an einen Hühnerfuss-Salat rangetraut - hatten wir beide auch eher frittierte Hühnerfüße erwartet, kamen doch sehr glibberige, aufgeschwemmte, weiße Hühnerefüße. In etwa die Konsistenz von Tintenfischringen/Diaphragmen, würde ich schätzen.. Hat wohl auch nicht toll geschmeckt, aber Martin hat mehr als die Hälfte gegessen. Respekt!
Gestern habe ich das erste Mal rotes Ananas-Curry gegessen. Extrem lecker, zumal Ananas hier natürlich süßer ist als in Deutschland, und Curry schärfer. Toller Kontrast.
Und Cha Yen, Thai-Eistee ist sowas wie mein neues Lieblingsgetränk. Süß, milchig, genial. Auch sehr gut und mit hohem Suchtfaktor versehen ist der grüne Eistee, der in Flaschen im Supermarkt verkauft wird.

2 Comments:
Tag auch Dirk,
das mit dem Kaffee ist wirklich so ne Sache. Ausserhalb von Europa scheint man unter Kaffee wohl wirklich "Nescafe" zu verstehen. Das gleiche hier in Suedamerika, das ja auch einiges an Kaffee produziert. Meist nur Nescafe oder aber eine noch fiesere Variante: heisses wasser, dass man dann mit einem fluessigen Kaffeekonzentrat, dass schon seit mindestens 20 Stunden auf dem Tisch vor sich hingaert anreichert. Und alles natuerlich super verduennt. Ich bin dazu uebergegangen, eben dieses Konzentrat pur zu trinken. Ist zwar kalt, dafuer enthaelt es aber genuegend Koffein.....
Ganz anders auf den Kaffeefarmen in Kolumbien, wo man echten, frisch gebruehten und frisch produzierten Kaffee (Sic!) bekommen kann. Allerdings auch dort extrem stark verduennt, wenn man nicht speziell darauf hinweits, dass man kein Maricon oder Maedchen ist.
Also noch viel Spass mit dem Kaffee.....
Niki
na, da kann ich euch ja auch mal ne schöne kaffee-geschichte erzählen: war ich doch grade in italien im urlaub, und hmmmm, was es da so an kaffee gibt. natürlich alles espresso, nur aus den feinsten bohnen, wahlweise mit milch oder milchschaum oder sahne (wobei das natürlich nix für uns echte koffein-junkies ist). und das ganze dann serviert von 19-jährigen italienerinnen. naja, aber thailand ist sicher auch nett... ;)
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